Harry Martinsons »Aniara« im Haus für Poesie in Berlin-Prenzlauer Berg

Am Freitag, 8. Mai, 19:30 Uhr, Haus für Poesie

Aus dem Sansibar des Alls in Richtung Leier
Poesie lesen von: Harry Martinson

Geschrieben wurde es ziemlich genau fünf Jahre, bevor sich Kris Kelvin auf der Solaris-Forschungsstation einquartierte, und zehn Jahre, bevor Captain James T. Kirk mit seiner Crew auf der Enterprise in unendliche Weiten aufbrach.

Im Zentrum von Aniara steht das gleichnamige Raumschiff, eines von vielen, mit deren Hilfe Menschen von der strahlenvergifteten Erde, die »in ruhsamer Quarantäne« dahindämmert, evakuiert werden sollen. Es ist sechzehntausend Fuß lang, dreitausend Fuß breit und beherbergt achttausend Seelen, außerdem die sogenannte »Mima«, eine künstliche Intelligenz; so etwas wie eine säkulare, lokale Gottheit an Bord; ein artifizielles Hirntier mit nahezu unendlicher Kapazität; ein Trostspender und Zentraldenker, kurz: ein Automat, der zum Bewusstsein seiner selbst gelangte (überall dort, wo es damals bei Martinson spekulativ wurde, grüßt heute die Realität!).

Der Erzähler ist eine Art Techniker, der diese KI wartet: »der getreuen Mima blauer Liturg«, ein sogenannter Mimarob. Reiseziel ist der Mars. Soweit die Versuchsanordnung, bis dahin läuft alles in geordneten Bahnen. Die Aniara kommt jedoch, nachdem sie einem Asteroiden ausweichen musste, vom Kurs ab. Einer Kurve »im äußeren Ring des Magdalenfeldes« folgend, heimgesucht von Meteorschauern, verliert sich das Schi im weiten Nirgendwo, im »rätselweiten Raum«, in »glasklarer Unendlichkeit«. Es bewegt sich unaufhaltsam in Richtung des Sternenbilds Leier, gleitet dahin in »Sarkophagenruh«, inmitten von Weltraumschrott und Weltraumstaub. Eindrucksvoll wird hier die Vorstellung von der existenziellen Unbehaustheit des Menschen in gebundene Sprache übersetzt. So verwandelt sich die Mima in »einen Schrein der Visionen« und versorgt die Passagiere mit disparaten Informationen aus dem All, woher genau verrät sie nicht. Sie ist »belebt mit Bildern aus der Ferne«, »fischt ihre Fische / in anderen Meeren als den von uns befahrenen, und fängt ihre Weltraumfunde / aus Wald und Tal in unentdeckten Reichen ein.« Als die Nachricht von der endgültigen Zerstörung der irdischen Heimat das Raumschiff erreicht, kollabiert diese Künstliche Intelligenz, und was bleibt, ist ein »erloschener Herd«, um den sich die Passagiere versammeln. Einige vertreiben sich die Zeit beim Tanz, mit Orgien und auf Büßermessen. Andere flanieren auf dem Planetariendeck unter einem klaren Plexiglasgewölbe und betrachten, wie sich Sonnen wälzen »auf dem Röntgenscheiterhaufen im Loch der Ewigkeit«. Ennui, wohin man schaut.

Über 60 Jahre nach einer mittlerweile etwas verstaubten Übersetzung von Herbert Sandberg erschien jetzt im Guggolz Verlag eine neu übertragene Fassung von Lena Mareen Bruns. Der alte Firnis ist abgenommen, »Aniara« erstrahlt in neuem Glanz.

Die Veranstaltung wird schwedisch-deutsch gedolmetscht.

In Lesung & Gespräch Dietmar Dath, Anna Hallberg
Moderation Sebastian Guggolz

Haus für Poesie
Knaackstr. 97 (Kulturbrauerei)
10435 Berlin

Eintritt: 8/5 €

Der Guggolz Verlag am 25. und 26. April 2026 bei den BUCHMACHERN in Lübeck

Samstag 11.00-18.00 Uhr
11:00 Eröffnung und Begrüßung
11:15-14:00 Die Buchmacher*innen stellen ihre Verlage vor
11:15-14:00 Bastelworkshop für Kinder ab 6 Jahren: Ausprobieren verschiedener Druck- und Buchbindetechniken
14:00 Lesung Robert Brack: »Die nackte Haut« (Nautilus)
16:00 Lesung Janine Adomeit: »Die erste halbe Stunde im Paradies« (Arche)

Sonntag 11.00-16.00 Uhr
11:00 Eröffnung und Begrüßung
11:15-14:00 Die Buchmacher*innen stellen ihre Verlage vor
11:15-14:00 Bastelworkshop für Kinder ab 6 Jahren: Ausprobieren verschiedener Druck- und Buchbindetechniken
14:00 Britta Jürgs liest aus Jolán Földes »Die Straße der fischenden Katze« (Aviva)
15:00 Lesung Gabriel Bornstein: »Das elfte Gebot« (Kröner)

Dass in einer Kirche eine Messe gelesen wird, ist ganz normal. Aber dass eine Kirche zu einer Messe für Lesebegeisterte einlädt, ist etwas ganz Besonderes. St. Petri zu Lübeck öffnet am 25. und 26. April wieder ihre Tore für die BUCHMACHER, die Messe der unabhängigen Verlage. Insgesamt 35 Verleger aus ganz Deutschland reisen an, um ihre aktuellen Romane, Sachbücher und Kinderbücher im Kirchenraum zu präsentieren: handverlesene Werke, mit Liebe ausgesucht und gestaltet. Bei freiem Eintritt darf zwei Tage lang gelesen und gelauscht, gestöbert und gekauft werden. Im Vorleseprogramm wird eine Auswahl von Neuerscheinungen von den Autorinnen und Autoren im Chorbereich der Kirche vorgestellt. Bereits zum neunten Mal kommen die BUCHMACHER in Lübeck zusammen und freuen sich auf ein interessiertes Publikum.

Eintritt frei
Die St.-Petri-Kirche liegt inmitten der Lübecker Innenstadt.
St. Petri zu Lübeck
Petrikirchhof
23552 Lübeck

Folgende Verlage nehmen 2026 teil:
Andreas Reiffer, AvivA, Bebra, Büchergilde Gutenberg, Culturbooks, Edition AB Fischer, Edition Frölich, Edition fünf, Edition Nautilus, Edition Rugerup, Guggolz, Hain und Kladow, Kindermann, Klaus Wagenbach, Kröner, Merlin, Midas, Murmann/ Wachholtz, Osburg, PalmArtPress, Peter Hammer, Reisedepeschen, Reprodukt, Römerweg, Rote Katze, Satyr, Schruf & Stipetic, Transit, Verbrecher, W1-Verlage

»Verlage stellen sich vor«: Der Guggolz Verlag am Welttag des Buches zu Gast bei Frau Rilke in Neustrelitz

Am 23. April 2026, 19 bis 20:30 Uhr
In:
Frau Rilke Buchladen
Strelitzer Str. 11
17235 Neustrelitz

Am Welttag des Buches 2026 starten wir im Frau Rilke Buchladen die neue Reihe: »Verlage stellen sich vor«! Den Auftakt macht Sebastian Guggolz vom gleichnamigen Guggolz-Verlag. Sebastian Guggolz, Jahrgang 1982, ist seit 2014 Verleger in Berlin.

Veranstaltungsort: Frau Rilke Buchladen, Neustrelitz
Vorverkauf: im Frau Rilke Buchladen, Preis: 15

Im Guggolz-Verlag erscheinen sehr kunstvoll gestaltete Bücher, vor allem Neu- und Wiederentdeckungen aus Nord- und Osteuropa. Aber: Wie wird aus einem Manuskript in seinem Verlag ein Buch? Wie viele Menschen sind darin involviert? Wie viele Manuskript-Einsendungen landen monatlich auf seinem Tisch?
Wie macht er Trends aus? Wie setzt er Schwerpunkte, um sich abzugrenzen? Wohin geht es überhaupt mit der angeschlagenen Buchbranche? Sebastian Guggolz ist auch neuer Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

Wir freuen uns auf den Start dieser neuen Reihe im Frau Rilke Buchladen mit Sebastian Guggolz! Freuen Sie sich auf einen besonderen Abend mit Ein-Blicken hinter die Verlags-Kulissen und mit Blicken hinter die Buchbranche!

Los geht es am Welttag des Buches, am Donnerstag, dem 23. April, um 19 Uhr im Frau Rilke Buchladen! Karten gibt es für 15 Euro pro Person, Anmeldungen gern unter 03981-20 50 63 sowie unter buchladen@frau-rilke.de.

Der Guggolz Verlag auf der Leipziger Buchmesse 2026

Der Guggolz Verlag auf der Leipziger Buchmesse. Halle 5, Stand G111. Kommen Sie vorbei, stöbern Sie in den Büchern!

Donnerstag, 19., bis Sonntag, 22. März 2026

Neuerscheinungen zur Leipziger Buchmesse:
Mkrtitsch Armen: »Jerewan«, Roman, aus dem Armenischen von Susanna Yeghoyan
Stig Dagerman: »Unser nächtlicher Badeort«, Erzählungen, aus dem Schwedischen von Paul Berf

Der Guggolz Verlag stellt sich am 14. Januar 2026 bei LesArt in Telgte vor

Sebastian Guggolz - Ein Verlag stellt sich vor

Mit seiner im besten Sinne eigensinnigen Auswahl, seiner strikt begrenzten Anzahl an Neuerscheinungen und der außergewöhnlich schönen Gestaltung seiner Bücher hat er die Schnelllebigkeit des Buchmarkts, die Sucht nach Bestsellern und das Schielen nach hohen Auflagen auf den Kopf gestellt. Obendrein lässt er seine Bücher neu übersetzen, ist er mit seiner Auswahl doch viel in Ost- und Nordeuropa unterwegs und bringt dabei ganz Erstaunliches zu Tage. Kein Wunder, dass Sebastian Guggolz für seinen Verlag schon mehrfach ausgezeichnet wurde. Erstaunlich, wie er als Lektor, zuständig für die Klassiker im S. Fischer Verlag, quasi nebenbei noch solch einen schillernden Verlag führt. Freuen Sie sich auf einen kundigen und charmanten Verleger.

Veranstalter Buchhandlung LesArt Telgte

Ort der Veranstaltung:
Altes Gasthaus Seiling, Markt 6 in Telgte
Eintritt: 12 Euro, Beginn 19:30 Uhr

Harry Martinsons »Aniara« im Haus für Poesie in Berlin-Prenzlauer Berg

Der Guggolz Verlag am 25. und 26. April 2026 bei den BUCHMACHERN in Lübeck

»Verlage stellen sich vor«: Der Guggolz Verlag am Welttag des Buches zu Gast bei Frau Rilke in Neustrelitz

Der Guggolz Verlag auf der Leipziger Buchmesse 2026

Der Guggolz Verlag stellt sich am 14. Januar 2026 bei LesArt in Telgte vor

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