Verlagsvorstellung des Guggolz Verlags und Lesung aus »Das Mädchen aus der Himmelsbrücke« in der Literarischen Gesellschaft Lüneburg e.V. am 15. März

SEBASTIAN GUGGOLZ STELLT SEINEN VERLAG VOR

Maximilian Murmann (Übers.) liest aus dem Roman von Eeva-Liisa Manner »Das Mädchen auf der Himmelsbrücke«

Mit dieser Verlagsvorstellung und Lesung aus einem der verlegten Bücher nimmt die Literarische Gesellschaft Lüneburg die früher beliebte Reihe »VERLAG vorgestellt« wieder auf.

Gerade kleinere Verlage haben häufig ein ausgewiesenes Profil und fühlen sich einer im Mainstream vernachlässigten Literatur verpflichtet. Einblicke in Verlagskonzepte und die Existenzbedingungen auf dem Buchmarkt sind daher interessant und lohnend.

Mit dem Guggolz Verlag stellt sich ein Verlag vor, der im Augenblick in der Presse mit seinen Neuerscheinungen immer wieder rühmend erwähnt wird.

Ab 18.30 Uhr kann die Ausstellung der Bücher des Verlags im Heine-Haus besucht werden.

Um 19.30 Uhr beginnen das Gespräch mit Sebastian Guggolz und die Lesung von Maximilian Murmann

Der Guggolz Verlag wurde 2014 gegründet, um vergessene oder übersehene literarische Klassiker des 20. Jahrhunderts aus Ost- und Nordeuropa in neuer Übersetzung oder erstmals auf Deutsch zu veröffentlichen. Ziel ist es, Regionen auf der literarischen Landkarte sichtbar zu machen, die häufig nicht im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen. Der Verlag beschränkt sich auf zwei Neu- und Wiederentdeckungen pro Halbjahr. Mit aktuellen Nachworten und durch ergänzende Kommentierung wird die in die Literatur eingegangene historische, politische, kulturelle und sprachliche Vielfalt wieder lebendig gemacht.

Zitate zum Verlag:

»Der Guggolz Verlag liefert den Beweis, dass Bücher von gestern ein Gewinn für die Welt von heute sind.« Berliner Zeitung

»Schatzsucher zwischen bedrucktem Papier« Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Der Guggolz Verlag hat ein unverwechselbares Markenzeichen: hervorragende Übersetzungen.« Süddeutsche Zeitung

»Der Guggolz Verlag setzt der Flut kurzlebiger Neuerscheinungen literarischen Eigensinn entgegen. Ohne jede Spur von Nostalgie, intensiv, fordernd und zeitgemäß.« 3sat Kulturzeit

Wichtige Auszeichnungen des Verlags:

2017: Förderpreis der Kurt Wolff Stiftung für den Verlag.

2019 und 2020: Deutscher Verlagspreis,

2022: Spitzenpreis des Deutschen Verlagspreises.

Sebastian Guggolz, geboren 1982 am Bodensee in der Nähe von Ravensburg, studierte Kunstgeschichte, Germanistik und Volkskunde in Hamburg. Daneben Arbeit in der Hamburger Kunsthalle in der Provenienzforschung. Seit 2005 in Berlin, Arbeit als freier Lektor und Redakteur (absolut Medien, Literaturwerkstatt Berlin, Matthes & Seitz Berlin), dann ab 2011 fest als Lektor bei Matthes & Seitz Berlin. Nach einigen Jahren als Lektor gründete er 2014 den Guggolz Verlag. 2016 wurde er mit der Übersetzerbarke ausgezeichnet.

Maximilian Murmann, geboren 1987 in der Nähe von Nürnberg, ist Sprachwissenschaftler und Übersetzer. Er studierte Finnougristik in München, Budapest und Helsinki; 2018 erfolgte seine Promotion. Er war mehrere Jahre wissenschaftlicher Mitarbeiter der LMU München und übersetzt aus dem Finnischen, Estnischen und Englischen ins Deutsche. Für seine Arbeit wurde er bereits mehrfach ausgezeichnet. Im Wintersemester 2022/23 hielt er eine Gastdozentur für literarisches Übersetzen an der Universität zu Köln inne. Für den Guggolz Verlag übersetzte er den Roman von Eeva-Liisa Manner, »Das Mädchen auf der Himmelsbrücke«.

Die finnische Autorin Eeva-Liisa Manner (1921–1995) ist hierzulande noch fast unbekannt. In Finnland kennt man sie heute vor allem als die Dichterin, die in den 1950er Jahren die Moderne ins Land brachte. 1951 schrieb sie den Roman »Das Mädchen auf der Himmelsbrücke«, der auf ihren Kindheitserinnerungen in der karelischen Stadt Viipuri basiert. Manner erzählt mit magischer bildreicher Sprachkraft eine tieftraurige aber ebenso beglückende Erzählung aus der Sicht der neunjährigen Leena, die sich allein gelassen und unverstanden fühlt und der Welt abhandengekommen ist. Als sie bei ihren einsamen Streifzügen durch die Küstenstadt in einer Kirche mit Orgelmusik von Bach in Berührung kommt, erfährt Leena eine starke und erlösende Erschütterung, nach der nichts mehr bleiben kann wie zuvor.

»In Manners literarischem Universum hört Erfahrung nicht an den Grenzen des Wirklichen auf. Schon in diesem ersten berührenden Prosawerk bringt sie zur Sprache, was in wiederkehrenden Metaphern des Wassers, des Lichts und der Echos in ihrem Gesamtwerk zum Ausdruck kommt: Wie lückenhaft das, was wir für wirklich halten, tatsächlich ist.« Antje Rávik Strubel im Nachwort

Eeva-Liisa Manner, die vielfach ausgezeichnet wurde – allein sieben Mal mit dem finnischen Staatspreis –, lebte bis zu ihrem Tod 1995 zurückgezogen, scheute öffentliche Auftritte und Interviews.

Neben ihrer Lyrik, Theaterstücken und Kurzprosa schuf sie auch ein bedeutendes Übersetzungswerk, brachte u. a. Hesse, Kafka, Büchner, Shakespeare und Lewis Carroll ins Finnische.

Veranstalter: Literarische Gesellschaft Lüneburg e.V.

Mi. 15.03.23, 19.30 Uhr
Heinrich-Heine-Haus
Eintritt 10€ / 7€erm.

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