OT: »Kävelymusiikkia pienille virtahevoille ja muita harjoituksia«, 1957
Aus dem Finnischen von Maximilian Murmann
Mit einem Nachwort von Tiia Kähärä
ca. 176 Seiten, € 24 [D] | € 24,60 [A]
Gebunden, fadengeheftet und mit Lesebändchen
ISBN 978-3-912259-00-1
Erscheinungstermin September 2026
Eeva-Liisa Manner (1921–1995) war nicht nur die wichtigste finnische Lyrikerin des 20. Jahrhunderts, auch mit ihren Prosaarbeiten schrieb sie sich in die Literaturgeschichte ein. Ganz besonders mit ihren Erzählungen, die sich zwischen Hellsichtigkeit und Fiebertraum bewegen, zwischen Spiel und Ernst. Versucht man diese Erzählungen auf einen Begriff zu bringen, entziehen sie sich sogleich der Beschreibung, tauchen aus dem Autobiographischen ab ins Reich der Untergründe, ins Un- oder gar ins Unterbewusste. Tiere oder Tierfiguren, Flusspferde, Katzen, Giraffen und Elefanten tauchen immer wieder auf, werden begehrt und verfolgt. Manchmal scheint sich in den Geschichten ein scharfer Umriss abzuzeichnen, aber nach einem Blinzeln muss man sich eingestehen, dass es nur ein flüchtiges Spiegelbild war, eine Reflexion im Gegenlicht. Allerdings scheinen in Manners Erzählungen immer wieder Momente von äußerster Wahrhaftigkeit auf, in denen man sich selbst und die eigenen Empfindungen und Fantasien erkennt.
Die Musik, neben der Poesie Eeva-Liisa Manners großes Leitthema, schlägt in diesem Band den Grundton an, und tänzerisch bewegt sich auch Maximilian Murmanns behutsame Übersetzung durch das Kabinett der Sonderlinge und Eigenbrötlerinnen: mal lautmalerisch, mal lyrisch, manchmal impressionistisch, manchmal exzentrisch und mitunter sogar derb realistisch. Manner schöpft alle Register aus und dringt in Schichten der Wahrnehmung, die uns ohne sie gar nicht zugänglich wären. Poetisch verwandelt wird die Welt erkennbar, besungen und bedichtet zeigt sie sich in ihrer ganzen Tiefe und Schönheit.
Erscheinungstermin September 2026
»Mit Musik, genau wie mit Poesie, konnte man den Gemütszustand heben, aber man konnte damit kein gebrochenes Bein heilen. Mit Zahlen konnte man die Verhältnisse der Dinge ordnen, doch man konnte mit ihnen nicht zaubern.«
Eeva-Liisa Manner