OT: Himmerlandshistorier, tredie Samling, 1910 Aus dem Dänischen von Ulrich Sonnenberg Mit einem Nachwort von Heinrich Detering 340 Seiten, € 25 [D] | € 25,80 [A] Gebunden, fadengeheftet und mit Lesebändchen
ISBN 978-3-945370-37-7

Erscheinungstermin September 2022

Neue Himmerlandsgeschichten

Johannes V. Jensen

Johannes V. Jensen (1873–1950) schloss mit seinem dritten Band Himmerlandsgeschichten 1910 die große Geschichts- und Geschichtenschreibung seiner Heimatregion ab. »Neue Himmerlandsgeschichten« versammelt 18 Erzählungen und Essays, in denen Johannes V. Jensen diesmal auch als Sammler der Geschichten in Erscheinung tritt. Wie ein Ethnologe reflektiert er über den Wandel der Zeit und die gesellschaftlichen Entwicklungen, sammelt Volkslieder und mythische Erzählungen. Die technische Moderne bricht ins ländliche Himmerland ein und drängt mit ihren Zerstörungen und auch Versprechungen die vertrauten Sagen und Traditionen. Die neue Eisenbahnlinie verändert nicht nur den Alltag, sondern auch den Blick auf die Welt außerhalb der unmittelbaren Umgebung. Das führt zu Emigrationswellen und zur Erweiterung der Welt um das verheißungsvolle Land jenseits des Ozeans, das nun erreichbar geworden ist.

Die Risse in der Gesellschaft und in den einzelnen Menschen, die durch den Eintritt in die Moderne entstehen, kennt niemand so genau wie Jensen. Zweifel an der Erzählbarkeit äußern sich in essayistischen Formen, in eingeschobenen Erläuterungen und Reflexionen. Und doch zelebriert Jensen in grandiosen Geschichten über Figuren wie Jørgine, Schleifstein-Ajes oder den Pferdehändler Kresten die menschliche Würde der unverwüstlich eigenwilligen Himmerländer. Ulrich Sonnenberg spürt in seiner präzisen Übersetzung der Beschreibungskunst Jensens nach und verschafft den fast urtümlichen Erzählungen einen auch für unsere Ohren zeitlosen, aber doch betörenden Klang.

Erscheinungstermin September 2022

»Wir werden das Gefühl für Entfernungen verlieren, wir leben in einer Zeit, in der wir selbst fürchterlich versessen darauf sind, dieses Gefühl hinter uns zu lassen – später werden wir es dann als einen unersetzlichen Verlust empfinden.«

Johannes V. Jensen

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Johannes V. Jensen

Johannes V. Jensen (1873–1950) wurde im Dorf Farsø im jütländischen Himmerland geboren. Er stammte aus einer alteingesessenen himmerländischen Weberfamilie und hatte zehn Geschwister. Schon als Junge verfiel er dem Lesen, weshalb ihn der Vater Latein lernen ließ und ihn aufs Gymnasium nach Viborg schickte. Zum Medizinstudium ging Johannes V. Jensen nach Kopenhagen, er brach es jedoch ab und schrieb Abenteuer- und Unterhaltungsromane für Illustrierte. 1898 veröffentlichte Jensen mit »Himmerlandsvolk« einen Erzählungsband als sein Erstlingswerk. Damit gelang ihm der Durchbruch als Schriftsteller. Johannes V. Jensen schuf ein umfangreiches und auch sehr abwechslungsreiches Werk, besonders wichtig sind der historische Roman »Des Königs Fall« (1900) und das sechsbändige Werk »Die lange Reise« (1908–1922). Insgesamt veröffentlichte er drei Bände mit Geschichten aus dem Himmerland, 1904 den zweiten und 1910 den dritten Teil. Jensen, der 1944 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurde, starb 1950.

Ulrich Sonnenberg

Ulrich Sonnenberg, geboren 1955, absolvierte nach seinem Abitur eine Buchhändlerlehre in Hannover. Nach einigen Jahren in Kopenhagen gründete er 1986 zusammen mit Klaus Schöffling die Frankfurter Verlagsanstalt und leitete von 1993 bis 2003 den Vertrieb des Suhrkamp Verlags. Seit 2004 lebt er als Übersetzer und Herausgeber in Frankfurt am Main. Er übersetzt aus dem Dänischen und Norwegischen, u. a. Hans Christian Andersen, Herman Bang, Anna Grue, Carsten Jensen, Karl Ove Knausgård, Tania Blixen sowie die Himmerlandsgeschichten von Johannes V. Jensen, die nun erstmals vollständig auf Deutsch vorliegen. 2013 erhielt er gemeinsam mit Peter Urban-Halle den Dänischen Übersetzerpreis.

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